Die Geschichte der Mariengemeindeist geprägt von der Geschichte unseres Landes und Volkes. Tiefe Einschnitte im Gemeindeleben waren die Weltkriege. Not und Tod überkamen das Land.
Schwere Last und Bedrängnis brachten die Zeit des Nationalsozialismus und die Jahre in der DDR. Aber besonders dann prägten Gemeinschaftssinn und Geschwisterlichkeit, Freude und Geborgenheit das Gemeindeleben; enge ökumenische Beziehungen zu unseren evangelischen Nachbargemeinden festigten sich.
Die Veränderungen der politischen Verhältnisse im Gebiet der DDR
durch die friedliche Revolution war auch eine Folge der Standhaftigkeit und Besonnenheit der Christen. Dankbar empfinden wir die uns geschenkte Chance zu neuem gesellschaftlichem Aufbruch, zur Entfaltung des Gemeindelebens und zum Wirken in unserem Umfeld.
Seit 1991 liegt die Sorge für die Gemeinde in den Händen Steyler Missionare. In fruchtbarem Klima sind der Gemeinde neue Kräfte erwachsen.
Mit Hilfe vieler Glaubensgeschwister aus nah und fern haben wir 1996 unser Pfarrheim in Besitz nehmen können. Überwältigend war auch ihre Hilfsbereitschaft, wie sie die Flutgeschädigten erfahren konnten.
Das heutige Gemeindeleben spiegelt sich in der Aktivität der Pfarrgruppen - Gemeinderat, Kirchenrat, Kolpingsfamilie, Kirchenchor, Choralschola, Ministrantengruppe, Caritaskreis, Frauenkreis, Mutter-Kind-Kreis, Seniorenkreis und den Kinder- und Jugendkreisen - wider.
In besonderer Verantwortung und Sorge für die Mariengemeinde stehen:
Der Pfarrer Pater Paskalis Kalixtus Teli Lolan SVD, die Pfarrsekretärin, der Gemeinderatsvorsitzende, der Kantor, die Organistinnen, die Religionslehrer.
Die Gemeinde dankt ihren Vorfahren, dass sie Weg und Ziel nicht verloren haben.
Wir bitten Gott, mit seiner Hilfe das Licht des christlichen Glaubens weiter durch die Zeit tragen zu können und offen zu bleiben für seinen Geist.
1539 Einführung der Reformation, Veränderung der religiösen und kirchlichen Verhältnisse, Erlöschen des katholischen Glaubens, die katholische Pfarrkirche Briesnitz - zu der Cotta gehört- wird dem protestantischen Kultus übergeben
1697 Kurfürst Friedrich August (der Starke) tritt zum katholischen Glauben über, er versichert allen Untertanen, bei der evangelischen Religion bleiben zu können
1699 Erster Katholischer Gottesdienst in der Schlosskapelle Moritzburg, Angehörige des Hofes und einzelne Familien blieben lange Zeit die einzigen Katholiken in Sachsen
19. Jh. Mit der Industrialisierung kommen katholische Zuwanderer nach Sachsen
1807 Ein königliches Mandat gewährt den bisherig benachteiligten Katholiken in Sachsen politische und kirchliche Gleichberechtigung mit den Lutheranern
1896 Erster katholischer Gottesdienst in einer Schulturnhalle in Cotta
1893 Einführung von Religionsunterricht für katholische Kinder
1903 Das sächsische Kultusministerium mit Zustimmung “Seiner Majestät des Königs Georg“ erteilt die Genehmigung zum Bau der Cottaer Marienkirche.
Dem Pfarramt Cotta werden die Katholiken aus 28 Orten, von Cotta bis Gauernitz und Gorbitz bis Gohlis, zugewiesen.
1906 Einweihung der Cottaer Marienkirche, das Gemeindeleben blüht schnell auf
1910(2003) Im Pfarrbezirk der Mariengemeinde wohnen 1.800 (1.100) katholische und 33.000 evangelische Christen, entspricht einem Verhältnis 1:18 (etwa 1:4), Anzahl der Gottesdienstbesucher 20.000 (9.000), Kinder im Religionsunterricht 200 (40), Taufen 40-50 (5-10)
Glockenstuhl ursprünglich mit 3 Glocken versehen, Stimmung cis, e, g
Ablieferungszwang je einer Glocke in beiden Weltkriegen,
die kleinste Glocke blieb erhalten,
Gesamt-Baukosten etwa 127.000 Mark, Bauzeit ein Jahr
Die Kirche entwarf der Dresdner Architekt Heino OTTO im neoromanischen Baustil, obwohl der Zeitgeschmack Jugendstil war.
Der Kirchenbau lehnt sich an die Grundform der römischen Basilika an und besteht aus einem Langhaus(Hauptschiff) und zwei niedrigeren Seitenschiffen sowie dem Querschiff. Der Raum an der Kreuzung von Lang- und Querschiff ist die Vierung. An diese schließen sich die Seitenarme des Querschiffes und die Apsis an. Apsisartige Ausbuchtungen befinden sich an den Stirnseiten des Querschiffs, die eine nimmt den Beichtstuhl, die andere den Taufstein auf.
Das Hauptschiff besitzt eine Empore, die mit einer Orgel der Firma JEHMLICH ausgestattet ist.
Das dicke Mauerwerk der Seitenwände des Hauptschiffes stützt sich auf vier Sandsteinsäulen ab. Ihre dorischen Kapitäle zeigen symbolisch Reliefs der vier Evangelisten, Johannes als Adler, Lukas als Stier, Markus als Löwen, Matthäus als Engel.
seine Beschlüsse betreffen auch die Anpassung der Liturgie und der sakralen Räume an gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse. In der nachkonziliaren Zeit erfolgt die Umgestaltung unseres Kirchenraumes. Der sandsteinerne Hochaltar wird entfernt und durch den heutigen granitenen Altartisch ersetzt sowie näher an die Gemeinde herangerückt. Der Priester liest jetzt gemeindezugewandt die Messe, um der ursprünglichen Mahlgemeinschaft mehr zu entsprechen.
Der Tabernakel aus dem Hochaltar bekommt das linke Querschiff als Aufstellungstort, eingefasst in einer granitenen Stele. Die hohe Kanzel wird aus dem Mittelschiff entfernt, um nicht von „oben herab“ predigen zu müssen. Der akustische Vorteil der Kanzel wird durch elektronische Sprachverstärker ersetzt.
Die zwischen Altar und Kirchenschiff befindlichen Kommunionbänke werden wegen ihrer raumtrennenden Wirkung entfernt. Den Bestrebungen entsprechend, im Kirchenraum von der gottesdienstlichen Handlung Ablenkendes zu vermeiden, werden einige künstlerisch wenig wertvolle Figuren herausgenommen.
Die ursprüngliche Darstellung des Kreuzweges wird durch eine eindrucksvollere des Künstlers Gottfried ZAWADZKI ersetzt. Er hat auch den Altar, die Tabernakelstele, das schmiedeeiserne Kreuz mit den Wundmalen aus Achat sowie die farbenfrohen Glasfenster geschaffen.
Zwei vom Künstler SCHRÖTER Görlitz geschnitzte Plastiken - Maria mit dem Jesuskind und der Apostel und Märtyrer Judas Thaddäus -zieren heute den Kirchenraum.
Die vorgenommene Umgestaltung hat den ursprünglichen Raumeindruck sehr verändert. Eine geglückte Gestaltung des Kirchenraumes hilft zur Andacht vor Gott, lässt Geborgenheit empfinden und formt Gemeinschaft. Diese Raumwirkung zu erreichen und zu erhalten, muss das Bestreben jeder Generation sein. Über allem aber ist es an uns, der Gemeinde, die Kirche mit Leben zu erfüllen.